Messiwohnung geerbt: Was jetzt zu tun ist
Wer eine stark vermüllte Wohnung erbt, hat oft mit zwei Dingen gleichzeitig zu kämpfen: der praktischen Aufgabe und dem Gefühl, dass es niemand mitbekommen soll. Beides lässt sich lösen.
Zuerst: nichts überstürzen
Auch in stark vermüllten Wohnungen finden sich regelmäßig Bargeld, Schmuck, Sparbücher und wichtige Dokumente – oft zwischen scheinbar wertlosem Material. Beginnen Sie nicht damit, in Eigenregie Säcke zu füllen. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick, und lassen Sie sortiert räumen statt schnell.
Gesundheitliche Risiken ernst nehmen
Bei starker Vermüllung sind Schimmelsporen, Fäkalien, Ungeziefer und verdorbene Lebensmittel die Regel, nicht die Ausnahme. Ohne Schutzausrüstung ist das kein Wochenendprojekt für die Familie. Hinzu kommt die psychische Belastung, wenn es die Wohnung des eigenen Elternteils ist.
Diskretion ist organisierbar
Die Sorge, dass die Nachbarschaft es mitbekommt, ist berechtigt und lässt sich adressieren: unbeschriftete Fahrzeuge, Container nur so lange wie nötig und außerhalb des Sichtfelds, ein festes kleines Team, keine Veröffentlichung von Bildern. Fragen Sie ausdrücklich danach, bevor Sie beauftragen – seriöse Betriebe sagen von sich aus zu, wie sie damit umgehen.
Wenn die Immobilie ohnehin weg soll
Gehört Ihnen nicht nur der Hausrat, sondern die Immobilie selbst, lohnt die Frage, ob geräumt werden muss. Es gibt Käufer, die Objekte im vorgefundenen Zustand übernehmen. Dann entfallen Räumung, Reinigung und Sanierung für Sie vollständig – und niemand betritt die Wohnung außer denen, die sie ohnehin abwickeln.
Häufige Fragen
Kann ich das selbst räumen?
Technisch ja, empfehlenswert ist es bei starker Vermüllung nicht. Es geht um Schutzausrüstung, Entsorgungswege und die Frage, ob Sie sich das emotional zumuten möchten.
Wie lange dauert die Räumung einer Messiwohnung?
Je nach Menge und Zugang meist ein bis drei Tage. Anschließend folgen bei Bedarf Grundreinigung, Desinfektion und Geruchsbeseitigung.
Bekommen die Nachbarn davon etwas mit?
Das lässt sich weitgehend vermeiden. Unbeschriftete Fahrzeuge, kurze Standzeiten für Container und ein bewusst klein gehaltenes Team unter fester Einsatzleitung sind die üblichen Mittel.