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Geerbte Immobilie: behalten, vermieten oder verkaufen?

Die Entscheidung fällt leichter, wenn man sie in drei nüchterne Fragen zerlegt: Was kostet der Zustand, was bringt die Nutzung, und wer kümmert sich tatsächlich darum?

Was kostet der Zustand

Rechnen Sie ehrlich, was nötig wäre, um das Objekt vermietbar oder verkaufsfertig zu machen: Räumung, Renovierung, Heizung, Elektrik, Dach, Fenster. Bei Häusern aus den Sechziger- und Siebzigerjahren kommen häufig Themen wie Asbest in Bodenbelägen oder alten Dämmstoffen hinzu, die den Rückbau verteuern. Diese Summe ist die Eintrittskarte für alle weiteren Optionen.

Was bringt die Nutzung

Vermieten klingt attraktiv, ist aber laufende Arbeit: Mietersuche, Nebenkostenabrechnung, Instandhaltung, Mietausfallrisiko. Wer weit entfernt wohnt und keine Verwaltung beauftragen möchte, unterschätzt das meist. Rechnen Sie die realistische Nettorendite nach Kosten, nicht die Bruttomiete.

Wer kümmert sich wirklich

Die ehrlichste Frage. Bei mehreren Erben bleibt die Arbeit fast immer an einer Person hängen. Wenn absehbar ist, dass niemand die Zeit oder die Nerven dafür hat, ist ein Verkauf oft die vernünftigere Entscheidung – auch wenn er sich zunächst nach Aufgeben anfühlt.

Die dritte Variante

Zwischen behalten und regulär verkaufen liegt der Verkauf im vorhandenen Zustand. Sie tragen keine Vorleistung, es gibt keine Besichtigungstermine mit fremden Interessenten und keine Monate der Ungewissheit. Der Preis liegt naturgemäß unter dem eines saniert angebotenen Objekts – dafür entfallen Kosten, Zeit und Risiko, die Sie sonst selbst tragen würden.

Häufige Fragen

Wann fällt beim Verkauf Spekulationssteuer an?

Bei geerbten Immobilien wird die Haltedauer des Erblassers angerechnet. Lagen zwischen dessen Anschaffung und Ihrem Verkauf mehr als zehn Jahre, fällt in der Regel keine Spekulationssteuer an.

Brauche ich einen Energieausweis?

Für Verkauf und Neuvermietung ist er grundsätzlich vorzulegen, spätestens bei der Besichtigung. Es gibt Ausnahmen, etwa für Gebäude, die abgerissen werden sollen. Ob eine davon in Ihrem Fall greift, klärt Ihr Notar oder ein Energieberater.

Lohnt sich eine Sanierung vor dem Verkauf?

Selten vollständig. Kleine kosmetische Maßnahmen können sich rechnen, umfassende Sanierungen holen ihre Kosten beim Verkauf meist nicht wieder ein – besonders dann nicht, wenn sie unter Zeitdruck vergeben werden.

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